NR.17
VARESE LIGURE UND BRUGNATO
Treffpunkt mit der Fremdenfuehrerin an der Ausfahrt Autobahn Brugnato (A12 Genova - Livorno). Von hier fahren wir weiter mit dem Bus nach Varese Ligure, einer Gemeinde im Oberen Varatal, welches auch „biologisches Tal“ oder „Tal der Runddoerfer“ genannt wird. Varese Ligure entwickelte sich naemlich zum grünen Modelldorf: als einziger Ort Europas hat es das Öko-Zertifikat der EU, und Anfang 2004 wurde die Gemeinde von der EU erneut für ihre "nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet.
Waehrend der Fahrt bestaunen wir die Farben, die Natur, die steil an den Bergen „klebenden“ Doerfer, die Schoenheit dieses Tals, welches das ausgedehnteste der Provinz und Liguriens ist. Der Fluss Vara gibt dem Tal seinen Namen und ist zugleich der laengste Liguriens. Jedes Jahr treffen sich hier viele Kajak- und Rafting-Liebhaber, da der Fluss zwischen Varese Ligure und Brugnato befahrbar ist.
Das Tal hat seit jeher eine strategische Position, an der Wegkreuzung der Straßen zu den Pässen Bracco und Velva (um Sestri Levante zu erreichen), dem Pass Cento Croci (der nach Parma und die Emilia fuehrt) und dem Pass Rastrello (Richtung Pontremoli). Es blickt auf eine alte Kultur zurueck, die mit dem Land und seinen Produkten eng verbunden ist, und die ueber Jahrhunderte innerhalb seiner Grenzen bewahrt blieb. Auch heute noch ist das Tal reich an Geschichte, Kultur, Kunst, Folklore und Traditionen, die im Laufe der Jahrhunderte weitergegeben wurden.
Wir erreichen Varese Ligure und hier beginnt unsere Besichtigung des Dorfs. Wir bemerken sofort seine ausserordentliche Rundstruktur, die sehr verbreitet unter anderen Doerfern im Vara-Tal ist. Das Runddorf ist ein Ring aus farbigen Arkadenhäusern, alle nebeneinander, in denen sich frueher die Laeden der Handwerker befanden.
Neben der Piazza liegt die Burg der Fieschi, der Grafen von Lavagna, und die Kirche von San Filippo Neri und Santa Teresa d’Avila. Mit einer Kostprobe von typischen Spezialitäten der lokalen Küche ist unsere Besichtigun fast am Ende: Die "Suorette" (Schwesterchen) sind ein Mandelgebäck, das seinen Namen deswegen erhalten hat, weil es früher von den Nonnen in Klausur zubereitet wurde, die Gobeletti sind ein Gebäck mit Marmelade. Anderen typischen Gerichten aus dem Genueser Raum und um La Spezia liegt immer die Zubereitung mit frischen und unverfälschten Zutaten zugrunde, wie den Gemüsepasteten mit reichhaltiger Füllung, den Corzetti und den Tomaselle (Fleischrouladen).
Nach der Mittagspause fahren wir die Landstrasse wieder zurueck Richtung Brugnato.
Es ist das wichtigste Dorf im mittleren Varatal, es wurde im Mittelalter Sitz der Dioezese und, wegen seiner strategischen Lage, wurde es von den bedeutenden Familien Fieschi, Malaspina und Fregoso beherrscht.
Wie Varese Ligure zeigt auch Brugnato eine Rundstruktur, die am Ende fast wie eine Zange aussieht. Auf der Piazza erhebt sich die Kathedrale von San Lorenzo, Pietro e Colombano und daneben der Bischofspalast, heutzutage Sitz des Dioezesanmuseums.
Das Symbol von Brugnato ist die „Infiorata“ am Tag des Corpus Domini (Fronleichnam). Ein religiöses und künstlerisches Ereignis von nunmehr landesweitem Ruf. Die Hauptstraßen des Ortes werden auf beinahe einem Kilometer von einem Blumenteppich bedeckt. Ein Meisterwerk voll von emotionaler und kultureller Eindruckskraft, das jedes Jahr aufs Neue verblüfft wegen der Schönheit und Vielfalt der inspirierenden Themen sowie der Suggestion der Farben.
Unser Tag endet mit der Besichtigung der Kathedrale.
Fuer weitere Informationen und spezielle Ausfluege stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfuegung.